Im Nationalsozialismus

Im Jahre 1933 kam eine neue Schulordnung heraus, die unter dem Leitgedanken stand, die Jugend zum Dienst an Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geiste zu erziehen. Dies wirkte sich auch auf das Schulleben an der Volksschule Niederbreitbach aus.

Jeden Morgen erfolgte die Begrüßung mit dem Hitlergruß, auf dessen richtige Ausführung streng geachtet wurde. Die Kreuze wurden allgemein ab 1937 aus den Schulen verbannt. Das Bild des „Führers“ sollte im Blickfeld erscheinen. Durch das mutige Einschreiten von Frau Romanowski konnte dies für die Niederbreitbacher Schule verhindert werden.

Der Speicherraum der Schule, damals auch „Jugendheim“ genannt, diente als Veranstaltungsort für die Hitlerjugend. Singen und Handarbeit standen unter anderem auf dem Programm. Wer den gleichzeitig stattfindenden Gottesdienst besuchte und zu spät kam, wurde gemaßregelt: „Das heutige Symbol ist Hitler, nicht die Kirche.“ Für die Klassenbesten gab es zu Weihnachten ein Geschenk von Adolf Hitler.

Der Geburtstag des „Führers“ sollte in der Schule gefeiert und die Schulfahne gehisst werden. Dieser Anordnung widersetzte sich 1939 Johann Bock. Der Amtsbürgermeister schrieb daraufhin: „Sie haben es abgelehnt, am 19. April 1939, aus Anlass des Geburtstags des Führers, die Beflaggung vorzunehmen. Eine dahingehende Äußerung sollen Sie vor den Schulkindern getan haben.“ Bock wird anschließend von seinem Amt als Leiter des „Amtes für Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Niederbreitbach“ entbunden. Grund: „Disziplinlosigkeit“. Mit Wirkung vom 1. Mai 1940 wird er im „Interesse des Dienstes von Niederbreitbach“ nach Weißenthurm versetzt. Bis 1939 wurden die katholischen Schulen in die „Deutsche Schule“ umgewandelt. Ab diesem Zeitpunkt durfte sich auch die Schule in Niederbreitbach nicht mehr „Katholische Volksschule zu Niederbreitbach“ nennen.

Schulzeugnisse aus dieser Zeit belegen, dass jetzt keine Note mehr für „Katechismus“ erteilt wurde. Katechismus-Unterricht wurde aus der Schule ausgelagert und von Kaplan Rau in der Sakristei der Nikolaus-Kapelle abgehalten. Seit 1941 gab es auch für „Biblische Geschichte“ und somit für das gesamte Fach Religion keine Note mehr auf dem Zeugnis. Auf einem gesonderten Blatt wurde die Teilnahme am „konfessionellen“ Religionsunterricht bestätigt.

Erstmalig begann im Jahre 1941 das neue Schuljahr nach den Sommerferien.