Die Anfänge

Schon im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde in Niederbreitbach eine Schule eingerichtet. Ihre Ortslage ist heute nicht mehr zu bestimmen.

Von 1792 bis 1803 erteilte Matthias Wittlich Unterricht an der kurkölnischen Normalschule in Niederbreitbach. Seit 1809 war hier der des Lesens und Schreibens kundige Bertram Steiner nebenberuflich als Lehrer tätig. Am 15. Mai 1821 wandte sich Bürgermeister Pasch an den königlichen Landrat Gärtner in Heddesdorf, um dafür zu sorgen, dass Peter Rams und Mattheis Hoffmann die Schule für 55 Gulden renovieren konnten.

Dieses Schulgebäude bot wahrscheinlich zu wenig Platz, denn am 5. November 1824 genehmigte die fürstliche Verwaltung in Dierdorf den Ankauf eines Hauses, das bislang der Familie Steiner gehörte, die damals großen Besitz im Ort und viel Einfluss in der Gemeinde hatte. Es befand sich in der Nähe der heutigen „Alten Schule“.

Bei der Übernahme der Rheinlande durch Preußen waren 75 Prozent der Bevölkerung Analphabeten. Nach der von Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1825 eingeführten Schulpflicht war der Schulbesuch für die acht bis vierzehnjährigen Kinder vorgeschrieben und auch kostenpflichtig. Hinderten die Eltern ihr Kind am Schulbesuch, etwa wegen anfallenden Arbeiten in der Landwirtschaft, mussten sie 4 Pfennige Strafe zahlen. Dieses Geld kam bedürftigen Familien zu Gute. Die Versäumnisliste wurde vom Waldbreitbacher Pfarrer vierteljährlich überprüft. Im Frühjahr und im Herbst wurde das Gelernte vom Pfarrer in der Waldbreitbacher Kirche, in Anwesenheit der Eltern, abgefragt.

Im Jahre 1828 brachte der ortsansässige Schreiner Georg Holl in der Schule eine Tafel an und setzte Fensterscheiben ein. Die Gemeinde kaufte für 17 Taler einen Ofen.

Lehrer Steiner unterrichtete bis zu seinem Lebensende. Als er 1834 starb, musste für die über 100 Schüler des Ortes ein Lehrer angestellt werden. Mit Johann Peter Andries (1796 – 1867), der aus Niederbreitbach stammte, war schnell ein Nachfolger Steiners gefunden. Er hatte in den Orten der Umgebung seit 20 Jahren unterrichtet und Steiner 1817 bereits für ein Jahr vertreten.

Andries hatte aber mit Schwierigkeiten zu kämpfen. In seiner Schulwohnung ließ er die Witwe Steiners aus „Mitleid“ weiterhin wohnen. Das Schulgebäude war dringend renovierungsbedürftig. Neue Geräte mussten angeschafft werden. Der Schulraum, er maß etwa 20 Quadratmeter, und auch der Schulhof reichten für die etwa 100 schulpflichtigen Kinder nicht aus. Andries musste somit vor- und nachmittags unterrichten.

1836 stellte Lehrer Andries bei der Gemeinde den Antrag, ein größeres „Schullokal“ zu bauen.

Alte Schule

Die „Alte Schule“, erbaut zwischen 1837 und 1840. 1911 wurden in ihr Lehrerwohnungen eingerichtet.

1837 kaufte die Gemeinde von Assessor Hümmerich eine große Scheune vor der Mühle der Gemeinde Niederbreitbach. Neben einem Kaufpreis von 430 Talern, zahlte man an den Werkmeister Linzenbach 368 Taler für Umbau-und Renovierungsarbeiten. Die Kinder aus Niederbreitbach konnten diese Schule ab 1840 besuchen.

Einmal jährlich suchte Johann Peter Andries die Eltern seiner über 100 Schüler auf, um das Schulgeld für die Gemeindekasse einzutreiben: 1 Taler und 10 Silbergroschen. Zusätzlich mussten die Kinder im  Winter täglich ein Scheit Holz für die Heizung mitbringen.  Bis zu seinem Tod im Jahre 1867 unterrichtete Andries in Niederbreitbach.